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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

ABGESAGT: Onirica – Psie Pole / Field of Dogs

16.04.2020

Zum 10. Jahrestag des Flugzeugabsturzes von Smolensk

Drama, R: Lech Majewski, PL 2013,
98 min, OmeU, Einführung: Rainer Mende (Polnisches Institut)

Ort: Polnisches Institut, Markt 10,
04109 Leipzig

Die Veranstaltung muss leider wegen des Coronavirus auf einen späteren Termin verschoben werden.

2010 war für Polen ein „schwarzes“ Jahr. Am 10. April stürzte auf dem Weg zu Gedenkfeierlichkeiten an das Massaker von Katyn das Flugzeug des damaligen Präsidenten Lech Kaczyński bei Smolensk ab und riss ihn und 95 weitere Vertreter der Elite und der Besatzung in den Tod. Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull legte den europäischen Flugverkehr lahm und verhinderte so die Anreise zahlreicher Ehrengäste zu den Gedenkfeierlichkeiten. Zwei todbringende Flutwellen überschwemmten den Süden des Landes, schwere Verkehrsunfälle forderten zahlreiche weitere Opfer. Jenseits von Schuldfragen stellte sich dabei immer wieder die Frage: Wie kann man so etwas verarbeiten? Wie kann man mit solchen Traumata weiterleben?

Diese Fragen stellt sich auch der Schriftsteller Adam, für den 2010 auch persönlich ein Katastrophenjahr ist. Nur knapp hat er einen Autounfall überlebt, bei dem seine geliebte Basia und sein Freund Kamil ums Leben kamen. Er kündigt seinen Job als Universitätsprofessor, hadert mit seinem Glauben, sitzt fortan stumpf an einer Supermarktkasse und nutzt jede Gelegenheit, um vor der schmerzhaften Realität in die Geborgenheit des Schlafs zu fliehen. Und er entwickelt eine Obsession – immer tiefer gräbt er sich in Dantes „Göttliche Komödie“ ein.



Lech Majewski – der bildgewaltige und international vernetzte Visionär des polnischen Kinos (u.a. „Der Garten der irdischen Freuden“ 2003 und „Die Mühle und das Kreuz“ 2010), für den schon John Malkovich, Charlotte Rampling und Rutger Hauer vor der Kamera standen – versuchte sich als erster und bisher einziger Regisseur daran, das polnische Schicksalsjahr 2010 und die damit verbundenen Traumata, die bis heute nachwirken, in die Sprache des Arthouse-Kinos zu übertragen. Dabei blieb er seinem Stil treu – realistische Passagen vermischt er mit opulenten Visionen, welche philosophische, kunsthistorische und religiöse Symbole zitieren und die Zuschauer in einen Strudel aus Bildern reißen, der nicht mit Worten zu beschreiben ist.

Info: www.lechmajewski.com