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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

DOK Leipzig

28.10 - 03.11.2019

Polnische Filme beim 62. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

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Orte: Polnisches Institut und andere Orte in Leipzig

Jahr für Jahr versammelt DOK Leipzig im Herbst Filmemacher, Kritiker, Produzenten und vor allem scharenweise Zuschauer aus der ganzen Welt an der Pleiße, um aktuelle Produktionen zu sichten, spannende Wettbewerbe zu verfolgen, in Workshops von Meistern ihres Fachs zu lernen oder in Retrospektiven vergessene Perlen wiederzuentdecken. Ebenso regelmäßig sind polnische Filme Stammgäste auf den Leipziger Leinwänden – sowohl Animationsfilme als auch kurze und lange Dokumentarfilme konnten in den letzten Jahren Preise ergattern und werden auch diesmal wieder die Wettbewerbe prägen. Im Polnischen Institut werden wie jedes Jahr Workshops und Diskussionen stattfinden. Abends flimmern wieder polnische Beiträge aus den Wettbewerben über die Leinwand des Polnischen Instituts.


Programm im Polnischen Institut

29.10.2019 / 17:30 / Eintritt frei
Slovak Film Institute Showcase: Hands (Dok, ČSSR 1963, 10’), Confession (Dok, ČSSR 1968, 17’), Water and Work (Dok, ČSSR 1963, 9’), Men from the Gader Valley (Dok, ČSSR 1963, 10’), Photographing the House-Dwellers (Dok, ČSSR 1968, 16’)

30.10.2019 / 20:00 / Eintritt frei
In Touch (Dok, R: Paweł Ziemilski, ISL/PL 2018, 61‘)

31.10.2019 / 20:00 / Eintritt frei
Wiatr. Thriller dokumentalny / The Wind. A Documentary Thriller (Dok, R: Michał Bielawski, PL/SVK 2019, 75’)

01.11.2019 / 11:30 / mit Akkreditierung

01.11.2019 / 17:30 / Eintritt frei
Божественні / The Diviners (Dok, R: Roman Bordun, UKR 2019, 60’)

01.11.2019 / 20:00 / Eintritt frei
ADAMI Showcase: The Tower (Dok, GEO 2018, 4‘), Creeping Borders (Dok, GEO 2018, 13‘), From Crime to Siberia (Dok, UKR 2018, 64‘)

02.11.2019 / 16:00 / Eintritt frei
DOK Spotters Presentation – Rückblick der Jugendredaktion auf das Festival (60‘)

02.11.2019 / 20:00 / Eintritt frei
Pavyzdingas elgesys / Exemplary Behaviour (Dok, R: Audrius Mickevičius & Nerijus Milerius, LT/SI/BG/ITA 2019, 85’)



Filme aus und über Polen im Programm:
 
29.10.19 – 02.11.19 / 12:00–20:00 / MdBK / Eintritt frei
DOK Neuland
Der Traum des Cesare (VR-Erfahrung / 360°-Film, R: Fabian Mrongowius, Nicolas de Leval Jezierski & Floris Asche, D 2019, 5 min)
100 Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten zu Robert Wienes Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ wird die Geschichte um den alten Schausteller und den somnambulen Cesare durch 3D-Human-Body-Reconstruction-Technologie als volumetrisches Video zu neuem Leben erweckt. In diesem begehbaren Film entscheidet der gewählte Blickwinkel über die Sicht auf die expressionistische und traumähnliche Szenerie. (Text: DOK Leipzig / Lars Rummel & Marie Hinkelmann)

 
29.10.2019 / 10:00 / Passage Kinos Astoria
02.11.2019 / 11:00 / Schaubühne Lindenfels
03.11.2019 / 15:00 / Schauburg
Kids DOK
Herr Böseguck und die Beule (Anima, R: Agnieszka Jurek, D 2019, 2 min, dt. OF)
Herr Böseguck ist immer so griesgrämig. Wie kann das nur sein? Er sucht seinen Weg, nach links, nach rechts, die Treppe hinunter und autsch – da hat er eine Wand übersehen. Nun ist es passiert: Eine dicke Beule wächst und wächst auf seiner Stirn. Jetzt kann er nur noch Rot sehen! Wird er jemals wieder fröhlich sein? Ein Film über das Glück im Unglück. (Text: DOK Leipzig / Marie-Thérèse Antony)
 
29.10.2019 / 15:00 / Schauburg
02.11.2019 / 20:00 / Schauburg
03.11.2019 / 10:30 / Passage Kinos Universum
03.11.2019 / 12:30 / Passage Kinos Wintergarten
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm
Ostatnia Wieczerza / Last Supper (Anima, R: Piotr Dumała, PL 2019, 13 min, ohne Dialog)
Ein Zug fährt durch die Dunkelheit. Strommasten und die Zeit fliegen an den Fenstern vorbei. In einem großen Abteil prophezeit Jesus beim letzten Abendmahl den kommenden Verrat an ihm. Piotr Dumała choreografiert die Reaktionen der Jünger zum Rhythmus eines Streichquartetts. Ein Tanzstück des aufgeregten Erstaunens und des ratlosen Aufgewühltseins drückt sich in spannungsreichen Wiederholungen und Variationen aus. Am einsamen Ende ein offenes Fenster. Der Heilsplan ist in der Welt. (Text: DOK Leipzig / André Eckardt)
 
29.10.2019 / 16:30 / Passage Kinos Astoria
01.11.2019 / 22:00 / Passage Kinos Astoria
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm
Wina / Guilt (Anima, R: Marcjanna Urbańska, PL 2019, 6 min, OmeU)
Kann die Liebe einer Tochter so unschuldig und bedingungslos bleiben, wenn Alkoholismus unberechenbare Risse in die bisherige Geborgenheit treibt? Hier will ein Kind alles geben, um der Mutter in Liebe verbunden zu bleiben. Doch Mama ringt mit Depressionen. Das fragile Familiengeflecht kippt. Marcjanna Urbańska versinnbildlicht die verstörenden Metamorphosen, mit denen dieses Mädchen umgehen muss. Ihre Bilder für Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit von familiären Bindungen gehen unter die Haut. (Text: DOK Leipzig / Nadja Rademacher)

 
29.10.2019 / 22:00 / CineStar 4
30.10.2019 / 22:15 / CineStar 6
02.11.2019 / 19:30 / Schaubühne Lindenfels
03.11.2019 / 10:00 / Passage Kinos Wintergarten
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm
Portret Suzanne / Portrait of Suzanne (Anima, R: Izabela Plucińska, D/FRA/PL 2019, 15 min, OmeU)
Ein beleibter Hotelgast vergeht vor Sehnsucht nach seiner verflossenen Liebe Suzanne. Und vor Hunger. Auf der Suche nach Essen in der fremden Stadt bekommt er wegen Verständigungsschwierigkeiten statt einer Mahlzeit nur neue Schuhe – viel zu eng und lebensgefährlich. Die ganze Situation entzündet sich. Mit Knete formt Izabela Plucińska eine Kurzgeschichte von Roland Topor zu einem skurrilen Animationsfilm, der sinnlich, aber zuweilen auf unangenehm-köstliche Weise körpernah ist. (Text: DOK Leipzig / André Eckardt)
 

 
29.10.2019 / 22:15 / CineStar 6
31.10.2019 / 10:00 / Passage Kinos Wintergarten
Internationales Programm, Doc Alliance Selection
In Touch (Dok, R: Paweł Ziemilski, ISL/PL, 61 min, OmeU)
Auf dem Weg in ein besseres Leben muss man zwangsläufig vieles hinter sich lassen. Das polnische Dorf Stare Juchy ist so ein zurückgelassener Ort. Seit den 1980er Jahren ist ein Drittel der Bevölkerung nach Island ausgewandert und niemand von ihnen ist bisher zurückgekehrt. Die Verwandten, die in Polen geblieben sind – meist Eltern und Großeltern der Emigranten –, nehmen über Skype und Facebook am Alltag der Weggegangenen teil. Selten klappt es, dass sie einander besuchen. Im sich immer weiter leerenden Dorf steht die Zeit still und die Bewohner werden zu Beobachtern eines Geschehens fernab ihrer Umgebung. Ihre Kinder machen Karriere als Polizistinnen oder Bauleiter, ihre Enkel singen isländische Popsongs, und ihnen selbst bleibt nichts anderes übrig, als vom Wetter und der Pilzernte zu berichten. Hier und da mischt sich ein zaghaftes Vermissen, auch ein drohendes Sehnen in die Gespräche. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen stirbt zuletzt.
Paweł Ziemilski benutzt Filmaufnahmen aus Island, die er im polnischen Dorf auf jede erdenkliche Fläche projiziert. So tauchen in einem Wohnzimmer Polarlichter auf, ein Großvater spielt mit dem Abbild seines Enkels Fußball und eine Turnhalle wird zur eisigen Küste. Dieser ästhetische Kniff betont die Melancholie und Absurdität der Situation, in welcher das vermeintlich bessere und das vermeintlich schlechtere Leben eng miteinander verknüpft sind. (Text: DOK Leipzig / Kim Busch)


 
30.10.2019 / 19:00 / CineStar 5
Hommage Brothers Quay
Maska (Anima, R: Brothers Quay, UK/PL 2010, 24 min, OmeU)
Durch ein Fensterauge beobachtet der König die Entstehung seines Androiden. Das „Ding“ entdeckt sich als weibliches, fühlendes Wesen, erkennt jedoch, dass es nur eine perfekt programmierte Verführungsmaschine für den höfischen Machtkampf ist. Zu Stanisław Lems Erzählung entwickeln die Quays stilisierte Bühnen, die ins Nichts auslaufen. Auf ihnen kommunizieren Puppenfiguren – mit Blicken der Täuschung. (Text: DOK Leipzig / André Eckardt)


 
30.10.2019 / 19:30 / CineStar 8
01.11.2019 / 19:00 / CineStar 4
02.11.2019 / 22:15 / Passage Kinos Wintergarten
Spätlese
Wiatr. Thriller dokumentalny / The Wind. A Documentary Thriller (Dok, R: Michał Bielawski, PL/SK 2019, 75 min, OmeU/OmdU)
Wenn in der Hohen Tatra im Süden Polens der Halny kommt, dann steigt die Zahl der Anrufe bei der Notrufnummer deutlich an. Der Halny ist ein Wind, der die Menschen nervös macht, der ihnen zusetzt und der ihre Krisen verstärkt. Michał Bielawski erzählt in seinem „dokumentarischen Thriller“ die Geschichte einer Naturgewalt und von den Menschen, die mit dem Wind leben müssen.
Nichts ist schwerer zu berechnen als das Wetter, denn es wirkt sich auf jeden Organismus und jede Seele anders aus. Und Bielawski setzt mit seinem Wetterbericht an beiden Endpunkten der Ereignisachse an: In beeindruckenden Panoramaaufnahmen zeigt er, wie der Halny entsteht, wenn sich dicke Wolken von den Bergen in die engen Täler wälzen. Er zeigt aber auch, wie sich die Menschen auf die Umschwünge und auf die gelegentlichen größeren oder kleineren Naturkatastrophen eingestellt haben. Eine besonders beeindruckende Figur scheint sich geradezu mit dieser besonderen Regionalwelt zu identifizieren: Teresa umarmt die Bäume, sie möchte gern einen Flecken für sich in den geschützten Wäldern. Sie wird zur Verkörperung einer Landschaft, über die Michał Bielwaski mit seinen Bildern und mit einem starken, atmosphärischen Soundtrack so etwas wie eine Charakterstudie angelegt hat. (Text: DOK Leipzig / Bert Rebhandl)
 
31.10.2019 / 19:15 / Passage Kinos Wintergarten
Hommage Brothers Quay
Inventorium of Traces: Jan Potocki at Łańcut Castle (Anima, R: Brothers Quay, PL 2009, 23 min, ohne Dialog)
Besuchergruppen schlappen in Museumspantoffeln durch das barocke Schloss Łańcut nahe der ukrainischen Grenze. Die wunderlichen Eindringlinge werden von den ehemaligen Herrschaften des Hauses von ihren Ölgemälden herab gemustert und beobachtet, ebenso wie von den unauffälligen Holzstufen und Stuhlfüßen – bescheidene, ungefragte Zeugen, die sich an die dramatische Historie des Ortes erinnern. (Text: DOK Leipzig / André Eckardt)


 
31.10.2019 / 14:00 / Schaubühne Lindenfels
02.11.2019 / 15:00 / Schauburg
Kids DOK
The Kite (Anima, R: Martin Smatana, CZ/SK/PL 2019, 13 min, ohne Dialog)
Wie schön, wenn man auf dem Nachhauseweg einfach bei Opa vorbeischauen und mit ihm die Welt entdecken darf. Ein selbstgebastelter Drache lässt das Enkelkind-Herz höherschlagen und bleibt eine wichtige Verbindung zum Großvater – auch nachdem er gestorben ist. Eine Puppenanimation über den Umgang mit Trauer, die zeigt, dass sich zwei Menschen auch über den Tod hinaus nahe sein können. (Text: DOK Leipzig / Marie-Thérèse Antony)

 
31.10.2019 / 22:15 / Passage Kinos Wintergarten
Hommage Brothers Quay
Odpryski / Splinters (Anima, PL 1984, 10 min, ohne Dialog)
„Splinters“ tastet sich durch die Dunkelheit und durch eine Klangcollage. Darin blitzen schwer zuzuordnende Szenen auf. Splitter aus der Vergangenheit drängen sich in den häuslichen Alltag einer Frau. Durch intensive fotografische und grafische Bearbeitung von Filmbildern dokumentiert Jerzy Kucia in seiner Animation präzise die innere Welt der Empfindungen und ein Menschenleben. (Text: DOK Leipzig / André Eckardt)

 
03.11.2019 / 10:15 / CineStar 5
Matinee Sächsisches Staatsarchiv
Brücke über den Strom (Dok, R: Manfred Kern, DDR 1969, 21 min, dt-poln. OF)
Die Grenzstadt Frankfurt an der Oder soll hier zentrale Themen der Gestaltung von Gesellschaft und Staat unter sozialistischen Vorzeichen symbolisieren. Die arbeitsschrittteilige Fließbandproduktion im Halbleiterwerk bezeugt den Umbau der Agrar- zur Industriewirtschaft. Wer in der DDR zu Hause war, sollte gemäß dem Selbstverständnis als staatsbürgerliches Kollektiv zu diesem Fortschritt durch eine disziplinierte, engagierte und, im Falle der Frauen, emanzipierte Lebensweise beitragen. Außenpolitisch vertrat der Arbeiter- und Bauernstaat die Aussöhnung mit dem östlichen Nachbarn Polen. Das Miteinander polnischer und deutscher Arbeiterinnen im Halbleiterwerk illustriert dieses Anliegen. (Text: DOK Leipzig / Konstantin Wiesinger)
 

 
Veranstalter: Leipziger Dok-Filmwochen GmbH in Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin – Filiale Leipzig, der Europäischen Stiftung der Rahn Dittrich Group für Bildung und Kultur und weiteren Partnern
 
Info & Programm: www.dok-leipzig.de