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30.07.2018 12:00

Zum 25. Todestag von Edward Bernard Raczyński 

Ort: Augustusplatz, Nähe Kroch-Hochhaus, 04109 Leipzig

Zum Gedenken an Edward Bernard Raczyński widmet ihm das Polnische Institut Berlin – Filiale Leipzig auf dem Leipziger Augustusplatz, zwischen Oper und Universität, eine Kaiser-Linde. Eine Gedenktafel erklärt seine Verdienste und seinen Bezug zu Leipzig: „Edward Bernard Raczyński hat 1910–1911 an der Universität Leipzig studiert. 1919 wurde er Diplomat der Republik Polen. Als Außenminister der Exilregierung infomierte er am 10.12.1942 die Weltöffentlichkeit über die Gräuel und den Holocaust im deutsch besetzten Polen.“


  
Edward Bernard Raczyński, ein polnischer Adliger, studierte 1910–1911 in Leipzig und wurde 1919 Diplomat der Republik Polen. Nach der Besetzung Polens durch deutsche und sowjetische Truppen war er von 1941 bis 1943 Außenminister der polnischen Exilregierung. Am 10. Dezember 1942 appellierte die polnische Exilregierung mit der sog. „Raczyński-Note“ an die Unterzeichner der Deklaration der Vereinten Nationen, die Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung im vom Deutschen Reich besetzten Polen zu stoppen. Von 1979 bis 1986 war er auch Präsident der polnischen Regierung im Exil und unterstützte von London aus die Gewerkschaft „Solidarność“ in Polen.
 
Raczyński starb vor 25 Jahren, am 30. Juli 1993 und vererbte sein Schloss sowie seine Bibliothek der Republik Polen. Über seinem Sarkophag in Rogalin bei Posen steht geschrieben: „Nie zmarnujcie Niepodległości” (Verspielt nicht die Unabhängigkeit!). In diesem Jahr feiert Polen die Wiederlangung ebenjener Unabhängigkeit vor 100 Jahren am 11. November 1918.


 
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Zur „Raczyński-Note“:
 
Die sog. „Raczyński-Note“ basierte auf Informationen der polnischen Heimatarmee, die konspirativ Informationen über die NS-deutsche Besatzungspolitik gesammelt hatte und diese ins Ausland schmuggelte. Ihr wichtigster Kurier war Jan Karski – er hatte Informationen über den Holocaust gesammelt und an die Exilregierung Polens übermittelt.
 
Darin wurde über die deutschen Verbrechen gegen die polnische Bevölkerung berichtet und die massenhaft angewendete Vernichtungspolitik gegenüber den Juden angeprangert. Die Note signierte der damalige Außenminister der Republik Polen Edward Raczyński. Sie trug das Datum „09.12.1942“, wurde am 10.12.1942 überreicht und auch mit diesem Datum publiziert. Ihre Entstehung war eng verbunden mit der Einreise von Jan Karski nach London im November 1942. Seine mündlichen Berichte und die Mikrofilme, die er aus Polen mitgebracht hatte, zeigten die tragische Situation der jüdischen Bevölkerung im besetzten Polen. Informationen darüber hatte Edward Raczyński dem Außenminister Großbritanniens Anthony Eden bei einem Treffen am 01.12.1942 überbracht. Er schlug vor, eine multilaterale Konferenz zur Verbreitung dieser Informationen durchzuführen. Weil eine Reaktion der Briten ausblieb, beschloss die Exilregierung Polens, sich mit einer Note an die Unterzeichnerstaaten der Deklaration der Vereinten Nationen zu wenden. Die „Raczyński-Note“ informierte sie über Informations- und Protestaktionen der polnischen Exilregierung und rief die Alliierten dazu auf, diese Verbrechen zu stoppen. 
 
Die Note rief zahlreiche Pressekommentare hervor und die Regierungen der Alliierten Staaten  verabschiedeten am 17.12.1942 eine Deklaration, in der sie die Bestrafung der Schuldigen forderten. Um die Informationen über den Völkermord an den Juden im NS-deutsch besetzten Polen weiter zu verbreiten, druckte die Exilregierung eine englischsprachige Informationsbroschüre zum Thema in hoher Auflage und ließ sie in diplomatischen und konsularischen  Vertretungen verteilen. 


 
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig

Info: www.msz.gov.pl/en/p/msz_en/ministry/polish_diplomacy_archive/75th_anniversary_of__raczynski_s_note_