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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

Fugazi. The Centre of the Universe

27.11.2017 19:30

filmPOLSKA reloaded – das Polnische Institut zeigt:

zu Gast: Leszek Gnoiński (Regisseur)

OT: Fugazi. Centrum wszechświata
Animadok, R: Leszek Gnoiński, PL 2017, 40 min, OmeU, mit Einführung und anschl. Filmgespräch

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Trailer: hier (OmeU)

Eintritt: frei
 
Ort: Cinémathèque in der naTo, Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig

Auftakt zur Reihe "Warsaw (Post-) Punk Pact"

Vorfilm: "Nightlights" (R: Katarzyna Krystyna Pieróg, PL 2000, 2:27 min, ohne Text)

FUGAZI – für viele war das nur ein kurzlebiger Musikklub irgendwo in Warschau. Aber für andere war er für elf lange Monate das Zentrum des Universums.
 
Anfang der Neunziger, in den Wirren der Nachwendezeit, als in Berlin die Technoclubs aus dem Boden schossen, herrschte auch in der polnischen Hauptstadt Aufbruchstimmung. Vieles war ungeordnet, vieles im Umbruch, was auch bedeutete: Vieles war möglich. Zum Beispiel, dass ein kleiner Jugendklub in einem heruntergekommenem Kino von einer Gammelbude, in der Tischtennis gespielt und auf Pfannkuchen herumgekaut wird, im Expresstempo zum angesagtesten Club des ganzen Landes avanciert, in dem sie dich Größen der Szene Klinke und Mikro in die Hand geben.


 
Dezerter, Dżem, Armia, Vader, Kult, Maanam, TSA, Acid Drinkers, Hey – sie alle brachten die Wände des FUGAZI zum Wackeln. Die Musik spielte 24 Stunden lang, man konnte im Sarg übernachten, ein Bus ragte aus der Wand, bei Voo Voo tauchte eine Kuh im Publikum auf, das „Sex Forum“ wurde von Priestern verdammt und auch die erste Techno-Veranstaltung auf polnischem Boden haben wir dem FUGAZI zu verdanken.


 
Das ist inzwischen ein Vierteljahrhundert her und damit schon wieder Zeitgeschichte. Aber wer aus dem Underground kommt und mit einem Bein auch immer ein Stück drin geblieben ist, hat auch eine adäquate Aufarbeitung verdient. Im Falle des FUGAZI geschah dies im Jahr 2013 in Form des Comics „Fugazi Music Club“ von Marcin Podolec (Baujahr 1991), der 2016 bei Egmont auf Deutsch erschien. Wie könnte das Ganze besser in filmische Form gegossen werden als in Gestalt eines Animadok? In einem bunten, lauten Reigen aus Gesprächen mit Zeitzeugen und animierten Rekonstruktionen im Comic-Stil erinnern sich Organisatoren, Musiker und Gäste an eine kurze Episode ihres Lebens, die sie jedoch für ihr ganzes Leben prägte.


 
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit der Cinémathèque Leipzig e.V.
 
Info: www.fugazifilm.pl, cinematheque-leipzig.de

Fotos © Aleksandra Malesa-Wyganowska / Zeichnungen © Marcin Podolec