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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Literatur

Sońka

28.09.2017 19:00

Lesung mit dem polnischen Schriftsteller Ignacy Karpowicz

Moderation und Lesung der deutschen Übersetzung: Anna Artwińska (Universität Leipzig)

Eintritt: frei
 
Ort: Polnisches Institut, Markt 10,
04109 Leipzig

Die uralte Bäuerin Sońka lebt in einem winzigen Dorf im polnisch-weißrussischen Grenzgebiet. Irgendwann im Heute strandet Igor, ein Theaterregisseur aus Warschau, mit einer Autopanne in ihrer Kate. Sońka gibt ihm ein Glas Milch und beginnt zu erzählen – die Geschichte der Bäuerin, die als junges Mädchen eine stürmische Liebesbeziehung zu einem SS-Offizier hatte, die nach einem Jahr in einer Tragödie endete. Bei aller Ergriffenheit wittert Igor eine spannende Story und beschließt, aus Sońkas Bericht ein Theaterstück zu machen.
 
Der Roman ist ein geschicktes Spiel mit verschiedenen Zeitebenen – der Gegenwart mit der Begegnung von Sońka und Igor, der Vergangenheit zwischen 1941 und 1943 sowie der Zukunft mit der Uraufführung von Igors Theaterstück über Sońkas Leben. Mit „Sońka“ begibt sich Ignacy Karpowicz mitten auf das Minenfeld der deutsch-polnisch-russischen Geschichte. Er bricht alles Wohlbekannte, alles Grauen, alle Schuld durch die (un-)bestechliche Linse der Literatur. Zugleich liefert hier ein Autor der jüngeren Generation die Auseinandersetzung mit einer Geschichte, die immer wieder neu wahrgenommen wird. 
 
„Die heimtückische Meisterschaft von ’Sonka‘ steckt im Gewebe aus melodramatischer Illusion und zynischer Täuschung. Dieser Roman ist eine Falle.“ (Przemysław Czapliński, Gazeta Wyborcza) 
 
Ignacy Karpowicz wurde 1976 in Słuczanka nahe Białystok geboren. Er ist Schriftsteller, Übersetzer und Reisender. Die Geschichte zu „Sońka“ (2014) erzählte ihm ein befreundeter Künstler aus seinem Heimatort. Mit diesem Roman stand Karpowicz 2015 u.a. auf der Short-List des Nike-Preises, eines der wichtigsten Literaturpreise Polens.

Info: www.piper.de