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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Literatur

Antoni Libera: Toccata C-Dur

24.03.2017 20:00

Buchvorstellung mit dem Autor, Renate Schmidgall (Übersetzerin) und Andriy Tsygichko (Klavier)

zur Leipziger Buchmesse (23-26.03.2017)
 
Eintritt: frei
 
Ort: Polnisches Institut, Markt 10,
04109 Leipzig

Moderation: Bernd Karwen (Polnisches Institut)

Robert Schumann strebte stets danach, auch Schriftsteller zu sein. Damit ist er für Antoni Libera, der als Schriftsteller der Musik eng verbunden ist, ein idealer Widerpart. Liberas Novelle „Toccata C-Dur“ greift Schumanns Opus Nr. 7 bis in die Motivik auf, webt die Frage nach der Beziehung von Kunst und Leben ein und zeigt die Unvermeidlichkeit schwerer Entscheidungen.
 
Robert Schumann selbst ist mit seiner musikalisch-literarischen Doppelbegabung ein idealer Held für Libera – jemand, der zwischen Wort und Musik schwebt. Einige Jahre verfasste Schumann Lyrik und hielt Vorträge, u. a. über die innere Verwandtschaft von Dichtung und Musik. Auch Liberas Wahl der „Toccata“ ist nicht zufällig. Er lässt den Klavierprofessor Plater seinen rivalisierenden Schülern sagen: „Das ist ein besonderes Werk. Eine Novelle für den Flügel über die Kunst des Klavierspiels. Musik über den Pianisten. Ein klangliches Porträt eines Musikers. Ein Porträt, das sein Leben und sein Schicksal ausdrückt.“


 
Schumanns Schicksal spiegelt sich in dem des Helden, der zwischen den Wünschen, Literatur zu schaffen oder sein Leben ganz der Musik zu widmen, hin- und hergerissen ist. Neben diesen Leidenschaften studierte Schumann Jura. Liberas Held verzichtet hingegen auf die Musik und wird Jurist. Nach vielen Jahren begegnet er bei einem Absolvententreffen seinen Freund Sławek, der begabter war und Musiker geworden ist, aber keine große Karriere gemacht hat. Einerseits eifersüchtig auf Sławek, sieht er zugleich ein, dass er sein Leben nicht vergeblich der Musik geopfert hat. Und dennoch ist er weiterhin eifersüchtig auf die Leichtigkeit, mit der Sławek die Toccata spielt.
 
Der Pianist Sławek wünscht sich wiederum die gesellschaftliche Position als Jurist, die sein Freund erreicht hat. „Du hast doch die Musik, das ist doch ein absoluter Wert“ tröstet ihn unser Held. Doch Sławek versteht nicht. Der Held entdeckt in Sławek die Bitterkeit des „strengen Glücks“. Er rekapituliert sein Leben: Interessen, Begegnungen, Konferenzen – nichts davon wiegt die Musik am Klavier auf. Ist Musik schließlich nicht alles? Kann Kunst nicht erlösen?

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit dem Buchinstitut Krakau und der Europäischen Stiftung der Rahn-Dittrich Group für Bildung und Kultur
 
Info: www.antoni-libera.pl, www.tsygichko.com