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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Literatur

Sehen wir uns noch?

23.03.2017 20:00

Lyrik von Ryszard Krynicki und Zbigniew Herbert

"Leipzig liest polnische Literatur"
zur Leipziger Buchmesse (23-26.03.2017)
 
Eintritt: frei
 
Ort: Polnisches Institut, Markt 10,
04109 Leipzig

Lesung und Gespräch mit Ryszard Krynicki (Lyriker & Verleger), Michael Krüger (Lyriker & Verleger) und Renate Schmidgall (Übersetzerin)

Zbigniew Herbert (1924–1998) und Ryszard Krynicki (geb. 1943) gehören zu den großen Lyrikern Polens. Krynicki hat selbst die gesammelten Gedichte von Zbigniew Herbert herausgegeben und stellt seinen eigenen Gedichtband „Sehen wir uns noch?“ vor.
 
Zbigniew Herberts Gedichte in einem Band – ein Buch, das in keiner Bibliothek der Weltliteratur fehlen sollte: „Jenseits des Ichs des Künstlers erstreckt sich eine schwere, dunkle, aber reale Welt. Man darf nicht aufhören zu glauben, dass wir diese Welt in Worte fassen, ihr Gerechtigkeit widerfahren lassen können.“ Zbigniew Herbert hat Lyrik nie als bloße Wortkunst verstanden. Von der „nackten Poesie“, den kargen Versen des Debütbandes „Lichtsaite“ (1956) bis zum „Bericht über eine belagerte Stadt“ (1983) spricht er von der Zerbrechlichkeit des Menschen und der Übermacht einer gewaltverfallenen Geschichte. Doch nicht die Klage bestimmt den Ton – Herbert verfügt über eine Vielzahl von Tonlagen und Formen, vom ironischen Epigramm bis zum erzählenden Poem. Unter den Gestalten, die in seinen Rollengedichten auftreten, ist auch „Herr Cogito“, ein Verwandter von Valérys „Monsieur Teste“, der sich auf die Kunst versteht, Schmerz und Ratio miteinander zu verschmelzen. „Hermes“, „Hund und Stern“, „Studium des Gegenstandes“, „Inschrift“ und weitere sechs Gedichtsammlungen, die Zbigniew Herbert zwischen 1956 und 1998 veröffentlicht hat, erscheinen hier erstmals vollständig und in ihrer ursprünglichen Gestalt und Reihenfolge. Mehr als einhundert Gedichte davon wurden noch nie ins Deutsche übersetzt – ein neuer Flügel im Museum der modernen Poesie ist eröffnet!
 
Über Ryszard Krynickis Gedichte schrieb Jan Wagner (Preis der Leipziger Buchmesse 2015): „Die Poesie ist keine Spielerei für Mußestunden, sondern existentiell, lebensnotwendig, daran erinnern uns Ryszard Krynickis Gedichte.“ Krynicki zählt zu den „wichtigsten lyrischen Stimmen“ (Ilma Rakusa) aus Polen. Der Band „Sehen wir uns noch?“ versammelt eine breite Auswahl seines Schaffens, von den widerständigen politischen Gedichten bis zu den Haikus der letzten Jahre, in denen Krynicki die ganze Schönheit und Vergänglichkeit der Welt zu bündeln vermag. „Ein Pfauenauge? / Brüchige Schönheit, trauernd / die Flügel faltend.“ Krynickis Gedichte sind fast immer eine Reflexion der eigenen Machtlosigkeit gegenüber einer widersprüchlichen, oft rätselhaften Wirklichkeit. Doch dabei sind sie auch eine unmissverständliche Verteidigung der Poesie. „Alles können wir verlieren, / alles kann man uns nehmen, // nur nicht das freie, / das namenlose Wort.“
 
Veranstalter: Polnisches Institut Berlin – Filiale Leipzig in Kooperation mit dem Buchinstitut Kraków, dem Suhrkamp Verlag und dem Hanser Verlag
 
Info: www.suhrkamp.de, www.hanser-literaturverlage.de
Fotos (c) K. Dubiel