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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Ausstellung

Warschauer Punk-Pakt / Wutanfall

28.04 - 20.05.2017

40 Jahre Ostblock-Punk im Bild

Eintritt: frei

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Ort: Galerie KUB, Kantstr. 18, 04275 Leipzig

Eröffnung: 28.04.2017, 19:00 Uhr

"I wanna go over the Berlin Wall", sang Johnny Rotten in "Holidays In The Sun", sowie "I don’t understand this bit at all. " Als dies am 14.10.1977 auf Single erschien, war Punk jedoch längst durch den Iron Curtain gesickert und es sollte nur noch vier Tage dauern, bis die slowenischen Pankriti mit ihrer ersten Show den Durchbruch an die sozialistische Öffentlichkeit markierten - wenn auch die des Sonderfalls Jugoslawien. Aber das Jahr wartet auch mit der Gründung der Konzept-Kunst-Punkband Spions in Ungarn sowie in Polen mit der Walek Dzedzej Pank Bend und KSU auf. Insofern zelebrieren wir 40 Jahre Ostblock-Punk. Falls es überhaupt eines Jubiläums bedarf, abseits der Fütterung der Aufmerksamkeitsökonomie.
 
Mit einer von der naTo in der Galerie KUB ausgerichteten Ausstellung mit dem leitmotivischen Titel "Warschauer Punk-Pakt" lenkt die Publikationsplattform Zonic den Blick von der DDR-Szene aus auf den größeren Ex-Bruderländer-Kontext, wobei hier Polen, ČSSR und Ungarn im Vordergrund stehen, um Gemeinsamkeiten wie Unterschiede im (sub-)kulturpolitisch oft gar nicht so monolithischen Block (und im Abgleich mit dem blockfreien Jugoslawien) zu fokussieren.
 
Gekoppelt ist "Warschauer Punk-Pakt" zudem mit der Ausstellung "Wutanfall", mittels derer die Leipziger Fotografin Christiane Eisler die Veröffentlichung des gleichnamigen Buchs begeht, das extrem erfolgreich per Crowdfunding finanziert wurde, mit quasi-sozialistischer Übererfüllung. Sie begann 1981 noch als Studentin das Umfeld der ersten Leipziger Punkband Wutanfall zu fotografieren, woraus eine einzigartige Langzeit-Dokumentation entstand. Niemand war so nah dran wie sie, de facto embedded im frühen DDR-Punk.
 
"Warschauer Punk-Pakt / Wutanfall" wird präsentiert vom Ox-Fanzine.
 
Die Ausstellung ist Teil des Projektes "Warschauer Punk-Pakt". Daneben werden mehrere Diskussionen, Filme, Konzerte und Veröffentlichungen die Verhältnisse von Punk zu Diktatur sowie zur Kunst in der DDR beleuchten und erstmals mit denen in Ungarn, Polen und der CSSR vergleichen, wobei natürlich auch die anderen "Bruderländer" und der erwähnte Sonderfall Jugoslawien in die Betrachtung einbezogen sind.

Info: www.nato-leipzig.de/projekte/warschauer-punk-pakt