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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Diskussion

Die Stadt als Spielfeld. Raumbegriffe polnischer Hooligans

23.03.2017 16:30

Leipziger Buchmesse

Präsentation mit Michael G. Esch und Béatrice von Hirschhausen

Ort: Forum OstSüdOst, Halle 4, Stand E505, Messe, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

Seit der Europameisterschaft 2012 und seitdem Fußballfans in der Maidan-Revolte eine Rolle gespielt haben, sind Hooligans in Ost-/Mitteleuropa in verschiedenen Diskursen präsent. Was in der öffentlichen Wahrnehmung als jüngeres, fußballspezifisches und politisch rechts anzusiedelndes Phänomen erscheint, hat jedoch eine lange Vorgeschichte und eine komplexe soziokulturelle und diskursive Struktur. So hatte das erste "chuligaństwo" im östlichen Europa zwischen 1900 und 1960 nichts mit Fußball zu tun, sondern mit hegemonialen Konstruktionen von Stadt, mit Aneignungen städtischen Raums und der Herausforderung herrschender Werte durch junge Männer aus dem proletarischen Milieu.
 
Einiges davon scheint auch bei heutigen polnischen "chuligani" trotz veränderter soziokultureller Kontexte zentral geblieben zu sein: Hooligans markieren ihr Territorium, hinterlassen Markierungen im Feindesland und zeigen sich in besonderer Weise geschichtsbewusst. Wie verhält sich ihre partikularistische Konstruktion des Stadtraums zu hegemonialen Raumkonstrukten sowie zu ihrer Repräsentation und Positionierung in der generalisierten Öffentlichkeit? Was sagt dies über das Zusammenspiel und die Reichweite der Elemente sozialer Raumkonstruktion aus?

Info: www.leipziger-buchmesse.de/ll/veranstaltungen/24547